T.o.R. am DO 9.2. mit Max Höfler

max höfler, foto © Nicole Lutnik

Text ohne Reiter, Ihr persönlicher Dampfer der guten und anspruchsvollen Laune oder wie andere auch sagen: die Lesebühne Ihres Vertrauens, Text ohne Reiter also ruht auch in der fünften Jahreszeit nicht mehr oder weniger als sonst. Was läge also näher als auch im Februar einen Lesebühnentermin anzusetzen? Die Frage ist rhetorisch und die Antwort naturgemäß: Sehr vieles, sehr vieles aber auch nicht. Aus diesem einfach nachvollziehbaren Grund haben wir also auch im Feber einen Lesebühnentermin angesetzt wie einen Zirbenschnaps, genauer gesagt ist dies der Donnerstag, der 09.02.12 wie stets um Punkt 20:00 Uhr wie immer im Moustache.

Termine sind zwar schön, aber noch schöner sind Gäste und ganz besonders schön ist, dass wir diesmal Max Höfler dafür gewinnen konnten, uns Performanzliteratur zun kredenzen. Zu Leben und Werk informiert die Wikipedia, die oben auch verlinkt wurde und falls die mal wieder geblackoutet wird, empfehlen das Verfolgen dieses Links.

Apropos Verfolgen, die hauptamtlichen T.o.R.-Autoren, nämlich Abermann, Fritz, Koschuh und Prosser werden diesen Event ebenfalls nicht nur aufmerksam mitverfolgen, sondern selbst ebenfalls Texte besteuern, das Open Mic steht wie gehabt für 2×5 Minuten allen Textvortragswilligen aus dem Publikum offen und ansonsten bleibt auch alles immer ein ewiggleicher sich stets verändernder breiter Strom, der aus der Vergangenheit entspringt und Richtung fließt und in unserem Boot haben immer alle Platz, die das wollen. Sei dabei!

Harte Fakten für Harte Zeiten:
DO 09.02.2012 20:00 Uhr im Moustache: T.o.R. mit Max Höfler

Ausschreibung Text ohne Reiter-Jugend-Literaturpreis 2012

Die PreistraegerInnen 2011

Er ist wieder da!
Text ohne Reiter-Jugend-Literaturpreis 2012

Text ohne Reiter ist die Literaturveranstaltung ohne Hemmschwelle. Deshalb wollen wir Jugendlichen die Chance geben, eigene Texte zu schreiben, und Sie anschließend ins Publikum zu schmettern. Damit geborene DichterInnen endlich vor ein Publikum treten und geborene Rampensäue auch einmal zum Schreiben kommen.

Zu gewinnen gibt es:

1. Preis: 150 Euro
2. Preis: 100 Euro
3. Preis: 50 Euro
Alle PreisträgerInnen werden außerdem zu einem Workshop eingeladen und präsentieren ihre Texte im Rahmen eines eigenen Lesebühnen-Abends.

Teilnahmebedingungen:

  • Alle Textformen sind erlaubt: Sowohl Prosa als auch Lyrik (etc.) sind willkommen.
  • Die Texte sollten für den Vortrag geeignet sein. Ob allein, oder im Team ist völlig offen. Anmerkungen zu Ideen für einen mitreißenden Vortrag sind willkommen, aber nicht Voraussetzung.
  • Die Texte sollen allerdings eine Vortragszeit von sieben Minuten nicht überschreiten.
    Teilnahmeberechtigt sind AutorInnen bis zum vollendeten 21. Lebensjahr, die ihren Lebensmittelpunkt in Tirol haben.
  • Auch Teams können Texte einreichen.
  • Auch das Thema ist frei wählbar.
  • Die Vortragssituation sollte vom Text berücksichtigt werden.
  • Einsendeschluss ist der 06.06.2012.
  • Einsendungen und Fragen an: textohnereiter@gmail.com

Die Jury wählt schließlich drei Texte aus, die in einem Workshop weiter bearbeitet werden. (Termin wird in Absprache mit den TeilnehmerInnen gewählt). Im Workshop werden die Texte geprobt und diskutiert. Schließlich werden die GewinnerInnen ihre Texte im Herbst direkt live bei der Lesebühne präsentieren.

Wir freuen uns auf eure Texte!

Und hier geht es zur Ausschreibung als pdf zum Downloaden, Ausdrucken und Weitersagen.

Sennhunde und Darmbeschwerden: Das war T.o.R im Jänner!

christoph simon

Vorweg: Es geschah ein Missgeschick, der ansonsten äußerst kompetente Verfasser der allmonatlichen Nachberichte zum Tiroler Wetten Dass!? Äquivalent Text ohne Reiter, der auf dem Bühnensofa sitzend fleißig Notate des Geschehens anfertigt, um die Performanz, wie’s so schön zackig genannt wird, für die Nachwelt in die Cloud zu meißeln, hat seine bekritzelten Zettel verloren, vermutlich in irgendeinem Bahnhof oder Flughafen, aber was ist in einer Welt globalen Informations- und Menschenstromes auch andres zu erwarten als der Verlust sämtlicher Medien, die sich des Papiers und der Schrift bedienen. Es folgt nun also eine Fortsetzung des Lesebühnenberichts mit andren Mitteln, nämlich ganz aufs Gedächtnis vertrauend, und selbst wenn bereits eine Woche vergangen ist und unsre Kurzzeitrealitätenspeicher dank Werbung, Internetporno und dem vielen Skyrim-Zocken längst durchlöchert sind, eines steht außer Diskussion: Auf ewig wird im Kopf des braven Berichterstatters das Auftreten unsres Schweizer Ehrengastes Christoph Simon eingebrannt als imaginärer Schatz verwahrt liegen, die Goldreserven sämtlicher Berner Banken können diesen Autor nicht aufwiegen, der von den Ufern der lieblichen Würst gekommen unter anderem vom Drang der Dichter, die schöne Buchhändlerin zu freien, las und ruhig, beinah eiskalt in der Art eines Senn- oder Bernhardinerhundes, der den in Lawinen Verschütteten aus einem Fässchen Schnaps reicht, servierte Simon dem staunenden Publikum knifflige Fragen, die es ans epiphanische Zen-Licht der Erkenntnis zu holen vermochten, etwa: Warum gehen wir in den Himmel ein, aber zur Hölle fahren wir?

Markus Koschuh las definitiv einen Text, in dem er endlich einmal die Verdienste Prossers um die Lesebühne in den Vordergrund stellte, hat dieser zwar nicht die Krautingerschnapsbrenner-Innung der Wildschönau zum Sponsoring überreden können, aber immerhin Red Bull, weshalb ab nächstem Mal ein Zuchtbulle zum Zwecke adrenalingesteuerten Marketings rund die Hälfte unsres Auftrittsortes in Anspruch nehmen wird. Später folgte entweder ein Text zu Koschuh’s Neujahrsvorsätzen, oder aber – des Berichterstatters Gedächtnis schwankt – über erotische Phantasien, die sich um die Tiroler Kultur-Landesrätin Beate Palfrader drehten und in einer Orgie mündeten, in der Reitgerten, NS-Uniformen und die Vergangenheit eine zweifelhafte, da selbstverständliche Rolle spielten.
Robert Prosser trug eine kaukasische Trinkrede auf die Frauen vor, erneut ohne Mikro über ein zufällig auf Youtube gefundenes Video (nämlich The Ghost of Stephen Foster, by Squirrel Nut Zippers) und las, als Ausgleich zum heraufbeschworenen Suff, weiters die Geschichte eines schwedisch-indischen Gurus vor, deren Klimax in einer Toiletten-Weisheit endete, die wiederum ein Zitat aus Mike Myers sehenswerten Film My Guru war – Weisheiten und Schweinerein aus den Randzonen der weiten Welt also.

Martin Fritz brachte einen Text, der inhaltlich seine Liebe zum Bridge kundtat, gegen Ende hin Joyce`s Finnegan kein Totengedenken, sondern einen Pokerabend widmete, lautmalerisch fantasierend die Haselmaus fütterte (was nun allerdings ein wenig eklig war) und alphabetsonaniernd neuartige Wortkreationen textete, um von einem schweißtreibend spannenden Kartenspiel zu berichten.
Wenn es den Berichterstatter nicht täuscht, las daraufhin Stefan Abermann von der nicht existenten Bedeutung des Brautstraußfanges für zukünftige Vermählungen, und dass es vor allem darauf ankommt, sich des Gumprechtsdorfer als Trauzeugen zu versichern, gesichert ist, dass sowohl Abermann als auch Fritz als weiteren Höhepunkt dieses Abends einen außerordentlichen Freestyle boten: Einer hatten für den andren eine Powepoint-Präsentation vorbereitet, die aus dem Stehgreif kommentiert werden musste. Abermann legte eine erstaunliche Performanz a la Günther Plattner hin, wusste mitreißend übers Wissensmanagment zu polemisieren, während Fritz wie frisch aus der Schwarzwaldklinik und Sascha Hehn nicht unähnlich die richtige Behandlung des Darms bewarb: So oder so, es waren Sternminuten, die eine neue Gattung im Wildareal der Lesebühnen begründeten.

die übliche verbeugung

Ansonsten kann die Erinnerung nicht trügen, ein enthusiastisches Publikum rannte uns die Bude ein, stand vor Begeisterung bis auf die Straße raus, sodass niemand mehr zu sagen wusste, wo Text ohne Reiter aufhörte und die Youth Olympic Games begannen, es bleibt also nur noch, auf folgendes hinzuweisen:
Nächste T.o.R.-Show: am 09. Feber 2012, um 20 Uhr im Moustache, mit Max Höfler, dem aus Graz angereisten Impulsgeber österreichischer Avantgardeliteratur!

T.o.R. am DO 12.1. mit Christoph Simon

christoph simon, foto Adrian Moser

Man kennt das ja: Punschkrapfen, Feuerwerk, Rettungschirm und Weltuntergang, kurz gesagt: Alles ist im Umbruch, aber auf ein paar Konstanten kann man sich auch zum Jahreswechsel verlassen und so steht uns mit der selben Unerbitterlichkeit wie die Vier-Chancen-Tournee und der Spruch “Dick wird man nicht zwischen Weihnachten und Sylvester, sondern zwischen Sylvester und Weihnachten” auch wieder eine Auflage von Text ohne Reiter bevor, der einzigen Sache neben Zweisamkeit und hochheiligem Paar, die traut ist, oder wie manche auch sagen: der anspruchsvoll-unterhaltsamen Lesebühne.

Das alles hilft aber nichts, wenn niemand weiß, wann und wo der ganze Wahnsinn im jungen Jahr 2012 denn losgehen soll, drum schreiben wir dies ja ins Internet hinein: Am Donnersduck, den 12.01.12 Klock 20:00 Uhr geht im Moustache wieder alles von vorne los und zu unserer großen Freude haben wir es endlich geschafft Christoph Simon aus dem schönen Bern als Gastleser begrüßen zu dürfen zu können habenseinwerden. Ebendieser bringt uns hoffentlich Viel Gutes zum kleinen Preis mit und wer ihn nicht kennt (persönlich oder beruflich) kann sich autobiographische Daten und Werkliste mittels Verklicken des Hyperlinks auf seinem Namen oben reinpfeifen, wie man heutzutage so schön sagt. Es gibt eben doch für alle Probleme Rat.

Apropos Rat, die T.o.R.en höchstselbst, als da sind Abermann, Fritz, Koschuh und Prosser werden ebenfalls aus der allgemeinen Glühsekt-, Kaufrausch- und Vanillekipferltränke entsteigen und Texte vortragen, die in allen Lebenslagen Rat, Trost und Kurzweile bringen, das Open Mic steht für 2×5 Minuten allen Textvortragswilligen aus dem Publikum offen, denen nicht davon abgeraten wurde euch allen sei zu zahlreichem und pünktlichen Erscheinen geraten, denn letzteres gebietet ja schon allein die Höflichkeit.

Harte Fakten für Harte Zeiten:
DO 12.01.2012 20:00 Uhr im Moustache: T.o.R. mit Christoph Simon

christoph simon macht auch am tischfussballtisch gute figur

Vorgezogene Weihnacht: Das war T.o.R im Dezember mit Barbara Hundegger

Barbara Hundegger, Stefan Abermann, Martin Fritz

Während sich halb Italien auf Innsbrucks Christkindlmärkten Glögg, Glühwein oder Conditum Paradoxum hinter den Schal goss und in engen Altstadtgassen fröhlich feiernd das Post-Berlusconi-Zeitalters zelebrierte, versuchten wir dem ganzen Einkaufsirrsinn zum Trotz, unsren Lesebühnenfuror selbst im Advent beizubehalten (aber wie man in sämtlichen Baum- und Neuen Mittelschulen Tirols seit ehedem zu lernen pflegt: geht’s dem Tourismus gut, geht’s uns allen gut), wir ließen uns also von den in dieser Woche vollzogenen Brauchtumsauswüchsen a la Perchtenumzug und Hexentanz inspirieren und legten ähnlich höllisch-infernal, das geheime Feuer von Wort und Stimme umtänzelnd, los:

Martin Fritz begann mit einem kryptischen, ähnlich einer Nelkenzwiebel mit Songtiteln gespickten Text, der eine besonders von Schlagertiteln strotzende Plattensammlung offenbarte, letztlich aber Ananasscheiben und Toast Haiti zum Inhalt hatte und von den kleinen Dingen handelte, die viel bewirken: große Biere zum Beispiel – bereits ein versteckter Hinweis darauf, was neben den Top Ten der Gottschalk-Ersatzkandidaten noch kommen würde: Eine Bierkolumne von Tonio Krügerl über die falschen Freunde der Trinker, die mit in Thermoskannen abgefüllten Tee zum Schlittenfahren animieren, dadurch aber auch Einsichten provozieren (wie: Es gibt kein wahres Leben in Flaschen) und den Erfindergeist kitzeln (a la: Konzentration des Hopfengetränkes aufs Wesentliche in Form von löslichen Bierwürfeln).

Stefan Abermann fand auf der Suche nach absoluter Einheit den Heiligen Gral eines jeden feinfühlig zur Feder greifenden, der Poesie zugeneigten Menschen, er entdeckte das Wort, sie alle zu knechten: Sex. Diese drei Buchstaben, vom umtriebigen Sexerich etwa auf Fahrstuhlwände gekritzelt, lösen epochale Nachwehen aus, die per Phantasie wälzend durchs Hirn donnern, und Abermann stöberte dem Wirken des Erich Sex nach, erforschte die Beweggründe dieses dichtenden Lüstlings. Später verpasste er Handkes Publikumsbeschimpfung zeitgenössische Wirksamkeit, in dem er, krampushaft böse, aus der Menge eine arme Seele pickte und diese fest im Auge behaltend klein wie ein Vanillekipferl machte.

Robert Prosser erzählte erst von den Charakterähnlichkeiten zwischen Troubadour und Trickster, was naturgemäß in einem Absatz münden musste, der von Sex im Wald handelte, und las zum Abschluss dieses wilden Abends eine armenische Trinkrede, auf die Toten eigensprachlich eingedeutscht, zu einem Disney-Video (nämlich “Skeleton Dance” aus dem Jahre 1929), und das Ganze, weil‘ s Mischpult ob der Doppelbelastung versagte, ohne Mic. Echte Bühnenprofis haben aber weniger ein Sixpack am Bauch, als ein solches vielmehr in der Lunge, es war daher kein sonderliches Problem, das Publikum ins Totenreich auszuführen.

Markus Koschuh mutierte zum Killer, der Einblick ins alltägliche Handwerk des Tötens gab und seinen Opfern im Traum wiederbegegnete, kaltblütig intonierte er ein dreistrophiges Lied, welches den Himmel als Prachtpalast im weißen Sonnenschein schaute (alles in allem ist Koschuh ja sowieso eine brandgefährliche Mischung aus Ludwig Hirsch und diesem von Josh Hartnett gespielten Sin-City-Charakter, der, um den eignen mordenden Lusttrieb zu befriedigen, ständig Mädels abschleppt und sich dabei nicht einmal von der extra mitgekommenen besten Freundin des Opfers aufhalten lässt) und beschwor im zweiten Teil dementsprechend auch das Triple G: Gesang, Gegröle und Gegrinde, indem er die Leiden eines jungen Liebhabers in der Kassaschlange beschrieb und Tipps parat hatte, wie sich per epileptischer Anfallssimulation möglicherweise ein Zugticket ergaunern lässt.

Barbara Hundegger

Es gab also wieder das übliche von unsrer Seite: viel Booze, Crime, Sex und tote Menschen, dass die Dezemberausgabe unsrer Bühne aber unvergesslich wurde, wie mit Lametta behängt schillernd glitzerte und manche bereits das Christkind hinter der Theke flatternd zu sehen glaubten, lag einzig und allein an unsrem Gast, der Grand-Dame österreichischer Dichtkunst: Barbara Hundegger. Ihre Gedichte zu Quasi Amore, die Felder der Liebe, zum Wir-Begriff, um die Konstruktion von Gemeinschaft und die darin enthaltene Feindlichkeit bloßzulegen, oder Verse zu stillen Kollisionen (der Leichtsinn eines Schwergewichtsboxers, die Brutalität des Behagens, das Tagwerk eines Nachtportiers, die Orgasmusstarre eines Tantrafreaks…) verliehen, charmant konzentriert vorgetragen, dem Abend höhere Weihen.

Wir bedanken uns noch bei den beiden Open Mics: Phil Marie und Agi Steixner (unsrer Gewinnerin des hauseignen Jugendliteraturwettbewerbes 2010 – es funktioniert also doch), man möge die nahenden Feiertage per Laudanum gut überstehen, Geschenke- wie Raketenregen überdauernd den 12. Januar heißherbeiersehnen, denn dann kommt im Sinne Wilhelm Tells (um nach dem eingangs angeführten Klischee des Christkindlmärkte erobernden Italieners auch in Bezug auf die Schweiz ein Stereotyp anzuführen, vor lauter punschträchtiger Adventzeiten gehen die wahrhaft treffenden, pfeilgenauen Metaphern dem Nachberichterstatter nämlich allzu gerne flöten) jener Helvetier ins Moustache geflogen, der in seiner jugendlich saftig-spritzigen Art einem rotschimmernden Apfel gleicht: Christoph Simon.

Die übliche Verbeugung

Hardfacts:
Nächstes T.o.R: 12. Januar 2012, 20Uhr im Moustache, mit Christoph Simon

Die kommenden Aufstände des Frühjahrs

Das Frühjahr freut nicht nur unsere FreundInnen von der gefiederten Zunft, sondern auch sonst alle, die trotz der schlechten Jahreszeit noch halbwegs bei Sinnen sind, deshalb feiern wir von Text ohne Reiter, der frühlingsbegeistertsten Lesebühne, den Beginn der guten Jahreszeit mit ganz besonders guten und schönen Gästen und einem ganz besonders schönen und guten Flyer. Aber seht und lest doch selbst:

t.o.r. flyer fruehjahr 2012, T.o.R.-Logo (c) Pascal-Anne Lavallée Layout (c) Carmen Sulzenbacher

* DO 12.01.12 mit Christoph Simon (Bern)
* DO 09.02.12 mit Max Höfler (Graz)
* DO 08.03.12 mit Marc Carnal (Wien)

Unser Dank gilt wieder einmal Carmen Sulzenbacher fürs Layout des Flyers trotz engster Zeitfenster und das T.o.R.-Logo hat noch immer Pascal-Anne Lavallée entworfen.

Die ganzen Details kommen dann noch zeitnah auf allen magischen Kanälen auf euch zu und ihr hoffentlich zu diesen schönen, guten und wahren Anlässen alle ins Moustache.

T.o.R. am DO 8.12. mit Barbara Hundegger

Barbara Hundegger, Foto (c) Thomas Murauer

Text ohne Reiter, eure liebste kleine Rasselbande der gehobenen Unterhaltung durch hectomatische Texte, ruht auch in der stillsten Zeit im Jahr nicht. Während alle über Glühkindlmarktkaufräusche schimpfen, konzentrieren wir uns auf Wesentliche, nämlich unsere nächste Auflage, die punktgenau und ebenfalls rauschend zum nächsten Hochfest zur Feier einer Glaubensaussage stattfinden wird. Der selbe Sachverhalt etwas anders ausgedrückt: Kommt doch alle am Donnersduck, den 8. Dezember 2011 um Klock 20:00 Uhr ins Moustache und freut euch wie wir auf unsere Gastautorin Barbara Hundegger. Wer auch immer die nicht kennen sollte, geht zuerst mal zur Strafe in die Ecke und findet Informationen, Tatsachen und Lichtbilder zu ihrem Werk und Leben nicht dort, sondern auf ihrer oben verlinkten Website.

Die übrigen üblichen Ingredienzien sind weniger geheim als Vanillekipferlrezeptmetaphern albern sind für alle übrigen Sachverhaltsdarstellungen: Das Stammteam, bestehend aus Abermann, Fritz, Koschuh und Prosser wird sich wieder aus allen Teilen Europas und auch Britanniens kommend versammeln, das Open Mic steht ohne Zweifel wieder einmal für 2×5 Minuten allen Textvortragswilligen aus dem Publikum offen, und gewürzt wird der Abend mit etwas Hirschhornsalz, einer Brise Salz und eurem zahlreichen Erscheinen.

Zusammenfassung des bewährten Erfolgsrezepts gegen Stress, Allergien und Apathie:
DO 8.12.2011 20:00 Uhr im Moustache: T.o.R. mit Barbara Hundegger

Das war T.o.R. im November mit Franziska Holzheimer

Das just einen Tag vorm Karnevalsbeginn endende Bildungsvolksbegehren hatte eine ähnlich hohe Beteiligungsrate wie die Novemberausgabe der alpfidel aufbrausenden Lesebühne „Text ohne Reiter“, was für die politische Agenda desaströs sein mag, für uns aber bedeutete, dass das Moustache erneut aus sämtlichen Ecken und Enden auf die Bühne glotzte; da wurde gedrängelt, geschoben und geflucht, um nur ja ein wenig vom Spektakel mitzubekommen. Wir rückten lustig gleich der Landjugend aus, um einerseits der Volkskultur zu huldigen, andrerseits unser Scherflein zum Bildungsauftrag zu leisten, und vielleicht, wer weiß, gewährt man uns ob des gemsigen Unternehmersinns eines Tages Eingang in die hochgeistigen Gefilde Tirols, und sei’s, dass der Turmbund endlich unsren Mitgliedsantrag annimmt.

franziska holzheimer und martin fritz

Bevor nun also der Fasching seine Schnapszahl würfelte, veranstalteten wir einen der breiten Öffentlichkeit auch in zukünftiger Form aufs bacchanalischste zu empfehlenden Schellensprechlauf, angeführt von der bayrischen Urgewalt Holzheimer Franziska, die wie eine der Fasnacht entschlüpfte Hexe über die Bretter wirbelte, sodass uns allen ob der zur Präsenz destillierten Performance der Obstler im Glas schal wurde. In ihrer elaborierten Art, die das Herz eines jeden Connaisseurs der gepflegten Bühnenpoesie zum Jubilieren brachte, holte sie wahre literarische Glanzlichter hervor, gegen die sogar die Scheinwerfer des Moustache’ wie Katzenaugen an Kinderfahrrädern wirkten: „Erklär mir die Welt, weil Liebe in jedem Falle eine selbstgewählte Falle ist… Liebe gibt es nur, weil es Angst gibt, wer Freiheit will, darf die Einsamkeit nicht fürchten.“ Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, aber damit nicht genug, es folgten dialektal gegen die Saupreißn vorgebrachte Litaneien, Texte, in denen gekotzt und zugleich geliebt wurde, woraufhin der Lesebühne harter Kern versuchte, selber ein paar Höhepunkte und Schlagzeilen aufzufahren, es gab:

Von Stefan Abermann Empfehlungen für den Ernstfall, wenn die beinstarke Freundin (um Hubert von Goiserns These vom Unterschied zwischen Stadt- und Landmädel und deren ungleich starken Wadeln zu widersprechen) den Seelenpartner auf ihren Schultern aus der belagerten Stadt zu tragen hat, sowie eine Enzyklopädie des sanftmütigen, lyrisch veranlagten Lerchendorns (der somit als idealer Gast der Lesebühne identifiziert wurde und vielleicht schon bald die hiesigen Bühnen neobiotätisch entern wird), von Robert Prosser, dem aus Madchester angereisten United-Hooligan, Einblicke in anthropologische Studien zur globalen Kultur der Trinksprüche, deren in Feldforschung gesammelte Beispiele zwar nicht aus englischen Pubs, aber dafür aus Ladakh und dem Brixlegger Montanwerk stammten, und der im weiteren Verlauf des Abends die Tätowierungskünste Armeniens präsentierte, von Martin Fritz folgende Erkenntnis: „Wer nichts ist, ist Essayist“, eine Einsicht, die in Marketingstrategien für Meisenknödel und der Rotphase des Ampelverkehrs mündete, um „Leute ohne Geschmack mit Geschmack zu versorgen“, aber damit nicht genug, Fritz konnte beweisen, dass auch Suppe Storytelling ist, wobei besonders die Rindsknödelsuppeneinlage in literarischer Sicht Aufmerksamkeit verdient, und von Markus Koschuh Beatboxing und Freestyle in Alliterationen, er bot ein Anti Ego Update von Kapierski zum freien Download an, entertainte und zog eine stimmlich ausufernde Show ab, die sich in der zweiten Hälfte tagesaktuell mit den 10 Gründen fortsetzte, warum man das Bildungsvolksbegehren nicht unterschrieben hat, wodurch er die vielschichtige Tragik, die hinter politischem Desinteresse stecken kann, entlarvte (Mehr Fotos von alledem nach dem Klick).

Gedankt sei auch Anita fürs Open Mic, die die Schmerzzustände des Liebeskummers, dieses leidigen Gefühls, das einer Fahrt ins finstere Zentrum eines wimmelnden Ameisenhaufens gleicht, poetisch feinsinnig erfasste; jodelnd und Trachtenhirtenhüte in die Lüfte schleudernd verabschieden wir uns und schielen bereits freudselig auf unsren Dezembertermin.

die übliche verbeugung

HARDFACTS:
nächstes T.o.R.: 08. Dezember 2011, 20Uhr im Moustache, mit: Barbara Hundegger

T.o.R. am 10.11. mit Franziska Holzheimer

Franziska Holzheimer

Auch wenn zu dieser Jahreszeit die meisten eher am Laternenbasteln sind, ist Text ohne Reiter, das Textperfomanzkompetenzzentrum mit Herz und Verstand, doch multitaskingfähig und flexibel teilt nicht nur sein Mäntelchen, sondern auch den nächsten anstehenden Termin mit. Der wird mal wieder im Moustache über die Bühne gehen und zwar am Donnerstag den 10. November 2011 pünktlich ab 20:00 Uhr.

Da wäre aber alles noch nichts, hätten wir nicht wieder eine hochkarätige Lesegästin zu präsentieren und diese heißt diesmal Franziska Holzheimer und hat neben guten Texten auch eine schöne Website, der Informationen zu Werk und Leben zu entnehmen sind.

Das Stammteam wird sich auch mal wieder vollzählig versammeln, das Open Mic steht naturgemäß wieder einmal für 2×5 Minuten allen Textvortragswilligen aus dem Publikum offen, Fotographieren und Füttern wird erlaubt sein und somit steht einem schönen Abend doch nichts mehr im Wege.

Kurzfassung unter dem zu kurzen strichlierten Strich:
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DO 10.11.2011 20:00 Uhr im Moustache: T.o.R. mit Franziska Holzheimer

Das war T.o.R. im Oktober mit den PreisträgerInnen des 4. T.o.R.-Jugend-Literaturpreises

Die übliche Verbeugung
Es ist bekanntermaßen einmal im Jahr sozusagen Ostern, Weihnachten und ein kleines bisschen Nikolo zusammen bei Text ohne Reiter, der westlichsten Lesebühne des Landes, und zwar stets, wenn es darum geht, die PreisträgerInnen des T.o.R.-Jugend-Literaturpreises zu prämieren. Und so war es auch diesmal ein mehr als festliches Zusammentreffen in den Räumlichkeiten des Moustache:

Thomas Schutte
Thomas Schutte eröffnete mit seinem Requiem für einen Post-It-Block.

Franziska Pfister und Carl Pierer
Franziska Pfister und Carl Pierer begeisterten mit einem sinnvollen oder sinnlosen Gespräch zwischen einem Akademiker und einer Otaku.

Linda Achberger
Linda Achberger las ihren Siegertext Blaue Lippen.

Davon abgesehen waren die Stamm-T.o.R.en auch nicht faul und thematisierten neben ihren Laudationes auf die PreisträgerInnen unter anderem auch Vogelaktivitäten und das Dilemma, wenn es einmal schmeckt.

Wie immer gibt es noch mehr Fotos und wie immer ist nach der Lesebühne vor der Lesebühne, seid also wieder mit uns am Donnerstag, den 10.11.2011 um 20:00 Uhr im Moustache und begrüßt mit uns Franziska Holzheimer.