50. T.o.R. mit Volker Strübing

tor flyer spezial 2012 T.o.R.-Logo (c) Pascal-Anne Lavallée Layout (c) Carmen Sulzenbacher

Text ohne Reiter wird 50 und feiert das am 14.06.2012 um 20:00 Uhr im Moustache mit einer Spezial-Ausgabe mit Stargast Volker Strübing (Berlin) und den besten Texten aus 5 Jahren Lesebühne (spezielle Textwünsche an textohnereiter@gmail.com) sowie noch mehr Neuen, Bewährten und Sensationen. Noch mehr Infos dazu folgen ehebaldigst genau hier, wenn wir dazukommen, sie dazutippen.

T.o.R. am DO 10.5. mit Remo Rickenbacher

Remo Rickenbacher

Jaja, Mai, Wonnemonat, beste Zeit, den Bialbero die Casorzo zu besuchen: Kommt uns nicht mit diesem Unsinn. Den Ihr liebstes sinnverarbeitendes soziales Funktionssystem, oder wie andere auch sagen: Text ohne Reiter, die theoretischste der praktizierenden Lesebühnen Innsbrucks, öffnet ihre Pforten bzw. jene des Moustache natürlich auch im Blumenmond so sperrangelweit wie eine Rettungsgasse.

Neben den hauptamtlichen Eisheiligen und T.o.R.-Stamm-Autoren Abermann, Fritz, Koschuh und Prosser, die in ihren schönsten Erstkommunionsanzügen mit frisch gepflückten Texten aufwarten werden, ist diesmal als Gaststarleser Remo Rickenbacher aus dem von der Limmat durchflossenen Thun geladen. Über dessen Leben und Werk informiert diejenigen, die seinen schon jetzt legendären Auftritt neulich beim Bäckerei Poetry Slam verpasst haben, wie alle anderen auch seine oben bereits und hier noch einmal verlinkte Website, die auch Unbewegtbilder, Ton- und Videoaufnahmen bereitstellt. Besonders hervorgehoben sei, dass Rickenbacher ein Spezialist auf dem Gebiet der Optimalitätstheorie am Phonologie-
Morphologie-Syntax-Interface der slawischen Sprachen
ist, was ihn wie geschaffen für unsere bekanntermaßen der Linguistik gegenüber sehr aufgeschlossene Veranstaltungsreihe macht.

Von statten gehen wird der ganze Zauber am Donnerstag, den 10. Mai 2012 pünklich um 20:00 Uhr , bliebt also nur noch zu erwähnen, dass die üblichen Naturkonstanten wie Open Mic für 2×5 Minuten für Textvortragswillige aus dem Publikum sowie freie Platzwahl bestehen bleiben.

Kurzzusammenfassung ohne Epiphyten:
Do 10.5. 20:ooh Moustache: T.o.R. mit Remo Rickenbacher

Das war T.o.R. im April mit Jana Klar

Da unser ansonsten und neuerdings stets fleißiger Nachberichts-Schreiber Robert Prosser seine Muay-Thai-Karriere vorantreiben musste und insofern für den April-Termin der nach den kleinen Strolchen sympathischsten Rasselbande oder wie andere auch sagen: von Text ohne Reiter, der längstdienenden Lesebühne Innsbrucks, unabkömmlich war, muss mit dem alten anonym fürs Kollektiv sprechenden Nachberichtsschreiber vorlieb genommen werden.

Jana Klar und Stefan Abermann

Auch wenn also Robert Prosser naturgemäß schmerzlich vermisst wurde, musste trotzdem nicht mit schlechten Texten und ebensolchen Performanzen vorlieb genommen werden, denn ganz im Gegenteil warteten die verbliebenen T.o.R.-Stammautoren Stefan Abermann, Martin Fritz sowie Markus Koschuh im knüppelvollen Moustache mit einem Themenmix auf, der einer Salzgebäckmischungspackung auch nicht schlecht angestanden hätte und der formal auch noch so elegant und vielfältig umgesetzt war wie der Gesang von Klippschliefern.

Konkret wurden so die dank Tonmeister Guggi bei der Musikatur gepflanzen Früchte noch einmal geerntet, durch den Fleischwolf gedreht und präsentiert, die aus einer Zugreise ins Herz der Finsternis, also Attnang-Puchheim, und einer sicheren Reise durch die Nacht inklusive rauschaftem Vergleich zwischen Abermann und einem Pony bestanden, sämtliche zur Gemeinderatswahl stehenden Listen gleichermaßen abgewatscht, ein Gangster-Rap aus dem Herzen der deepsten Hood Innsbrucks, Wilten West, kredenzt und die von einem Psychologenteam betreuten Weiterdichtungen des Innsbruck-liest-Buchs präsentiert.

Das wäre aber alles noch nichts gewesen, hätte nicht die schokoummantelte Rosine in der Knabbergebäcksmischung, die Darla unserer Gang oder mit weniger blumigen oder wenig blumigeren Worten: die Gastleserin des Abends Jana Klar aus dem von der Sihl durchflossenen Städtchen Biel ihr Werk und ihren Beitrag dargeboten, was unter anderem in einer Jan-Delay-Variation, der Weltpremiere einer Animationsfilms-Alpha-Version und einer Erzählung über die vielleicht sympathischste Genussmitteln wie altersinadäquater Bekleidung zugeneigte Berliner Großmutter resultierte, was die Mäuler des zahlreich erschienenen Publikums offen stehen ließ wie eine Rettungsgasse.

Jana Klar

Was sonst der Sensationen noch vieles mehr war, verraten wir an dieser Stelle gar nicht, damit ihr nicht beim nächsten Mal denkt, dass ihr es hinterher soundso wieder alles erzählt bekommen haben werdet wenn es vorbei gewesen sein wird.

Bleiben nur mehr die Standards zu sagen: Noch mehr Fotos gibt es hier und wir freuen uns schon aufs nächste T.o.R., denn da begrüßen wir den Original Cablecom-Modem-Zerstörer Remo Rickenbacher aus dem schönen Thun.

Markus Koschuh freut sich schon aufs naechste T.o.R. am 10. Mai mit Remo Rickenbacher

Aus dem Haupttext outgesourcte Infobox ohne blöden Titel wie z.B. “Wissen”:
Nächstes T.o.R.: mit Remo Rickenbacher, am Do. 10. Mai im Moustache, um 20 Uhr

T.o.R. am Do 12.4. mit Jana Klar

jana klar (c) Hendrik Schneller

Jetzt ist auch schon wieder die Zeit, wo wir von Text ohne Reiter beim ersten Erspähen des Falkners mit großer Überzeugung ausrufen: “Es herbstelt!”

Aber auch abgesehen von hermetischen Bemerkungen zur Jahreszeit (wie sie in unserem Alter eben nie ausbleiben) hat die insider-joke-freieste und doch sprachwissenschaftsbegeistertste Unterhaltungsliteraturveranstaltungsreihe südlich der Benrather Linie, oder wie andere eben auch sagen: Text ohne Reiter, die Innsbrucker Lesebühne, viel zu sagen. Im Speziellen nämlich ist die ebenfalls zur Jahreszeit passende frohe Kunde kundzutun, dass unser nächster Auftritt naht wie ein Verb dem Substantiv-Objekt in einer Figura Etymologica: Schon am Donnerstag, den 12. April 2012 um 20:00 Uhr wie stets im Ostflügel des Moustache werden die sachverständigen Stamm-T.o.R.-Autoren Abermann, Fritz, Koschuh und Prosser glänzen wie die Ostereier im Nest.

Aber damit nicht genug: Henne im Korb (um das mit Abstand verkorkteste Sprachbild aller T.o.R.-Ankündigungen ever zu benützen, das sogar noch kaputter ist als eine Hexe, die in tausend Hautscherben zerspringt) wird niemand anders als Gastleserin Jana Klar sein. Über Leben und Werk der amtierenden ZDF-Kultur-Poetry-Slam-Siegerin sowie Berlinerin, die verwirrenderweise derzeit im um nur wenige Buchstaben anderen Biel lebt, informiert inklusive Textproben, Videos und allem Schnickschnack deren wunderbare Website.

Bleibt, um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, also nur noch zu erwähnen, dass die üblichen (Achtung: Gebrauchtkraftfahrzeugshändlervokabular!) Extras wie Open Mic für 2×5 Minuten für alle Textvortragswillige aus dem Publikum sowie unfassbar pingelig pünktliche Beginnzeit und außerdem freie Sitzplatzwahl beim guten Alten bleiben.

Frohe Kurzfakten für die Fastenzeit:
DO 12.04.2012 20:00 Uhr im Moustache: T.o.R. mit Jana Klar

Geschrammelte Performanz männlicher Schönheit: Das war T.o.R. im März

Die just auf 08. März fallende Ehrenfeier der Weiblichkeit, diesen Bastard aus Valentins- und Muttertag, beging die innerhalb der rauen, dem Bauerntum verpflichteten Felsenwelten des Tiroler Alpbollwerks erstaunlich charmante Lesebühne Text ohne Reiter dem Anlass entsprechend: Es war ein Schaulaufen versprachlicht verschenkter Handküsschen und Pralinenschachteln, ein Galan nach dem andren marschierte gockelgleich vors Mic, um das Publikum des Moustache zu bezirzen, wobei ungeklärt bleibt, ob die Abwesenheit von Markus Koschuh, der unweit einen neuerlich gefeierten Kabarettauftritt absolvierte, von Vor- oder Nachteil war.

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Als oberster Charmebolzen bezauberte Wiens schönster Mann, der Hans Moser unsrer digitalen Generation: Marc Carnal. Dieser hat doch tatsächlich bereits mit Österreichs Männertraum und Beispiel angewandten Feminismus‘, nein nicht Lotte Tobisch, sondern mit der Jazz Gitti getanzt, bzw. sie nicht unähnlich eines hübsch herausgeputzten Satelliten umrundet, das Lesebühnen-Personal freute sich ob der Ehre daher schier rauschselig, es müssen vormalige, nunmehr in Menschengestalt inkarnierte Rebläuse gewesen sein, die auf dem Wettsofa saßen, glücklich wie Honigkuchenponys, gebacken aus Eier, Butter, Bier, sich ob der vorgetragenen, den Heurigen-Stanzeln Transdanubiens alle Ehr‘ erweisenden Reimgesängen, Bänkelliedern und prosaischen Erörterungen aufgefundener Einkaufslisten höchst amüsierend. Carnal las vom kotzenden, den Abort besudelnden Suppenkasperl, der gesundheitlichen Bedeutung des Apfels (u. a. Trinkst du Apfelsaft statt Branntwein, braucht der Arzt ein zweites Standbein), offenbarte die Knechtschaft, unter welcher schöne Menschen mit ihren güldenen Locken und dem satten Königsblau ihrer Augen zu leiden haben und brachte als Zugabe sogar eine dem höfischen Minnesang-Ideal durchaus entsprechende höfliche Version des Battle-Raps dar.

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Stefan Abermann, endlich gesundet und nach der erzwungenen Pause unruhig im Backstageraum scharrend, malte jenen Punkt, der am Ultraschallbild einen Embryo verrät, zum pointilistischen Kunstwerk aus, spannte einen berührenden Bogen vom Betrachten des Fotos bis hin zu jenen pubertär hormonellen Schwankungen, denen dieser Punkt in einigen Jahren, wenn wir unsere Literatur-Show schon längst im Wiener Burgtheater oder zumindest auf der Festung Kufstein abziehen, ausgesetzt sein wird, und erkannte in eben diesem unscheinbaren Punkt einen Lebensinhalt, dessen Bedeutung etwa die Punktewertung des Slams nie erreichen wird können. Abermann blieb diesem Thema, nämlich den Zwängen und Freuden der Pubertät, in gewisser Hinsicht treu und las später vom Wert Youporns, dem Heiligen Gral der Hormongepeinigten, welcher endlich die Aufklärung vonseiten frigider Biologielehrerinnen erübrigt und somit auch vergangene abermann’sche Vorstellungen beseitigt, die in all ihrer anatomischen Schrecklichkeit einen Spermatunnel bis ins Gehirn der Frau inkludierten, aber gut, jetzt schafft das WWW Gleichheit und auf der gemeinsamen Wissensbasis von DP, Creampie, Bukkake und BDSM verliert auch allererster Blümchensex seine furchteinflößende Aura und kann sogar richtig geil werden.

Robert Prosser trug die Geschichte eines alten Schauspielers vor, der, ebenso hässlich wie konzentriert seiner Rolle als Richard dem III verfallen, Shakespeares Geistern folgt, herzkrank die Tätowierungen auf seinem Oberkörper zum Sprechen bringt und sich im Verlauf der Geschichte als Freak entpuppt, dessen Mark vor lauter Leidenschaft und Hingabe unter der Griffelspitze des toten Dichters vibriert. Als zweiter Text folgte Prosser’s verschriftlichter, liebster Trunk, nämlich über „Sex im Wald“ zu rhythmisieren, eine Verfilmung dieser Wälzereien zweier Menschen im gefallenen Herbstlaub, nah am Bachufer, würde auf einschlägigen Internetportalen vermutlich zum dauernd beklickten, befappten Publikumsrenner avancieren.

Martin Fritz, der Radikalstifter zum Metaquadrat, begann seinen Auftritt mit: “So bin ich also Lesebühnenautor geworden“, er malte uns Performanz-Schrammlern Gefühlswelten ins Innere, die sich ums Saufen und Rumhuren drehten und erzählte vom Leben der Bühnenpoeten, dieser lichtscheuen Trunkenbolden mit stumpfsinnigen Texten, einzig mit Schnäpsen aufrecht zu halten erfüllen wir, „das One-Trick-Pony der Unterhaltungsindustrie“, unsre schmutzige Pflicht. Weiters folgten die zehn besten Ecken Innsbrucks zum Rumstehen, irgendwo heulte ein Wolf, und Fritz las einen Text über eine junge Frau und ihren E-Mail Entwurf, welcher die Bronzezeit und deren damalige lukullisch leckere Pizzen, dank Blasebalg in Höhlen gezaubert, und den Geist, der den Mauszeiger bewegt, streifte.

Zu guter Letzt kam sogar noch Markus Koschuh, stürmte von der Kabarettbühne, den Zugabenapplaus noch im Rücken, ins Moustache und während draußen vorm Lokal mit entzündeten Fackeln bewehrte Agrarier warteten, die Spitzen ihrer Mistgabeln bedrohlich an den Fensterscheiben kratzten, las er als Abschluss unsres literarisch-reimfrohen Märzenbechers eine Erörterung zu Martin Fritz vor, dem Rain Man des beginnenden 21. Jahrhunderts, und führte damit Lesebühne und Internationalen Frauentag einem gelungenen Happy-End zu, das Schaulaufen der Gockelgalane fand im Gegensatz zur trinkfreudigen Nacht ein Ende, doch bereits am 12. April 2012 wird ein neuerlicher Reigen eröffnet, und zwar mit SpokenWord Maestra Jana Klar.

Die übliche Verbeugung

Fastfacts, ins angeduselte Heurigen-Schunkeln nachgereicht:
Nächstes T.o.R.: mit Jana Klar, am Do. 12. April im Moustrache, um 20 Uhr

Die kommenden Aufstände bis zur Sommerpause

Während draußen schon die ersten Sonnenstrahlen die Katzen auf die Blechdächer treiben, denkt das Herz der Finsternis, oder wie andere auch sagen: Text ohne Reiter, die Innsbrucker Lesebühne, schon daran, was wir nach dem nächsten Sommer getan haben werden. Kurz gefasst sind dies viele schöne Auftritte mit vielen schönen und erbaulichen Gästen und genauer ist dies hier nachzulesen:

t.o.r. flyer frühling/sommer 2012<br />
T.o.R.-Logo (c) Pascal-Anne Lavallée Layout (c) Carmen Sulzenbacher

* DO 12.04.12 mit Jana Klar (Berlin/Biel)
* DO 10.05.12 mit Remo Rickenbacher (Thun)
* DO 14.06.12 50. T.o.R. Jubiläum-Best-Of mit Überraschungsgast

Unser Dank gilt naturgemäß und wie immer Carmen Sulzenbacher fürs Layout des Flyers.

Die ganzen Details, Credits und Co kommen dann noch just in time auf allen magischen Kanälen auf euch zu und ihr hoffentlich zu diesen erquicklichen Anlässen alle ins Moustache.

T.o.r. am DO 8.3. mit Marc Carnal

marc carnal (c) cafe schmidhansl

Text ohne Reiter, für “viele” (Namen geändert, aber der Redaktion bekannt) ja der einzige Grund, nicht nur ununterbrochen Katzenbilder im Internet anzuschauen, sondern auch mal vor die Tür und ins Moustache zu gehen, oder wie andere auch sagen: die erste und einzige Lesebühne Innsbrucks, Text ohne Reiter jedenfalls startet in den Frühling, ins Sommersemester und durch wie eine junge Katze in den Tag und lädt hiermit ganz herzlich ein, sich am Donnerstag, den 8. März 2012 um 20:00 Uhr dazuzugesellen, wenn die Herren hauptamtlichen T.o.R.-Autoren, nämlich Abermann, Fritz, Koschuh und Prosser erneut Performanzliteratur performen wie ein pleonastisches Hendiadyoin.

Damit der Sensationen nicht genug: Als Gastleser begrüßen wir diesmal Marc Carnal. Dieser ausgesucht höfliche junge Mann ist soundso und längst bekannt aus Funk und Fernsehen, sowie als Stammgast des Konzertcafés Schmid Hansl und darf mit einigem Fug und Recht als eine Art Mischung aus Peter Alexander der heutigen Generation und Tiger, der durch einen brennenden Reifen springt, bezeichnet werden. Carnal führte als Radiojournalist für den FM4-Musik-Abspielsender FM4 nicht nur Tagebuch über ein Jahr des Verzichts, sondern verfertigt unter dem schönen Übertitel “Eier, Butter, Bier” auch Texte zu Einkaufslisten unbekannter Provenienz, mit denen er augenblicklich durch die Lande tingelt. Zu seinen weiteren Referenzen zählen seine Tätigkeit als Enzyklopädist für das Ron Tyler Archiv sowie seine Fähigkeit, das Akkordeon zu bedienen. Und mit ein bisserl Glück werden wir wohl auch mit Klingonen-Lyrik und höflichem Battle-Rap unterhalten, und falls nicht, dann maschen wir ihn Messer.

Die üblichen (Achtung: Gebrauchtkraftfahrzeugshändlervokabular!) Nebengeräusche wie Open Mic für 2×5 Minuten für alle Textvortragswillige aus dem Publikum und peinlich pünktliche Beginnzeit und freie Sitzplatzwahl sollten auch niemand mehr überraschen. Bleiben also nur mehr die:

Sparsam ausgeschmückte Fakten für Zeiten des Sparens:
DO 08.03.2012 20:00 Uhr im Moustache: T.o.R. mit Marc Carnal

Die Donnerfaust und errötende Asen: Das war T.o.R. im Februar!

Ullr, der nordische Gott des Winters und der Skiläufer, Eide, Jäger und Bogenschütze auf Skiern (true story) mag Tirol noch so eisig klirrend an der Gurgel gepackt haben, wir ließen uns nicht unterkriegen, ja sollen sich die zwölf Asen doch in ihrem vergleichsweiße warmen Asgard gegenseitig aus der Edda vorlesen und finnisch saunieren, wir hielten selbst in diesem Feber unsre Audienz, vom Winter umstürmt, mit Schneekristallen im Haar, als wären wir orientierungslose Eiskunstläuferinnen, trauriges Strandgut der Innsbrucker Youth Olympic Games, verloren fern der Heimat, aber stolz und von kleinen Krönchen geschmückt.
Zwar nicht vollzählig – Stefan Abermann kam a) unter die Kufen, wie es im fancy Lingo der Jungolympioniken heißt, b) zwischen die Schienen, wie man es in Wörgl, dem aus frühpensionierten Schaffner bestehendem Mordor der ÖBB, bezeichnet und verlief sich c) im Astwerk des Yggdrasils, wie die linkischen Asen tuscheln, lässt sich einer von ihnen von einer Wanengöttin beißen, aber genug des Tratsches: Gute Besserung! – wurde dennoch das lesebühnenmöglichste unternommen, die zahlreich anwesenden Gemüter ganzheitlich zu erwärmen.

robert prosser und max höfler im gespräch

Von Martin Fritz und Robert Prosser charmant moderiert (wobei ersterer zumindest zu Beginn etwas Mühe mit dem von einer Johanneskraut-Kur vernebelten, fröhlich weggetretenen Alpbacher hatte) wurde eine Rettungsgasse in den Saal gepflügt, um unsren Stargast – Max Höfler aus Graz – ein passendes Ambiente zu bieten, das dieser auch schweiniglerisch zu nützen wusste, um vom Beamer unterstützt aus seinem Debütroman Texas als Texttitel vorzutragen. Da wurden selbst Asengards Mauern schamrot, rauschte doch der Heilige Geist hundertfach beschwängelt für Orgien herab, eifrig zum Halali geblasen wurde die Geschwindigkeits- Erregungsanomalie der Dampfschifffahrt diagrammatisch veranschaulicht, weshalb Matrosen und Heizer kein lauwarmes Lüftchen, sondern ausgewachsene Lustorkane zu überstehen hatten; als Zugabe folgte Höflers Glaubensbekenntnis, welches die Notwendigkeit des Aufstandes wie auch das Versagen Andreas Hofers inkludierte, und alles in allem war es ein gewaltiger Samenerguß, da die experimentelle Literatur in Höfler ihre Geilheitskomponenten erfuhr.

max höfler

Markus Koschuh brachte eine Prosaminiatur zum guten Zeitpunkt des Sterbens vor, in die letzten Atemzüge der alten Frau Gatt webte er Erinnerung und Gefühl zum Sprachteppich, auf welchem die Traurigkeit leise durchs Moustache schwebte. Zum Abschluß des Abends nahm er eine von Prosser vorbereitete und hämisch präparierte Powerpointpräsentation in Angriff, unsre lustige Karaoke ging in die zweite Runde und gar meisterlich dozierte Koschuh über Schwarzmagie, die Zauberkräfte des Menstruationsblutes und das Weghexen von Penissen – und ja, ungelogen: Kakerlaken können wirklich neun Tage ohne Kopf überleben, sie sterben einzig daran, keine Nahrung mehr zu sich nehmen zu können. Im zweiten Part der Karaoke nahm Robert Prosser den Fehdehandschuh Koschuhs auf und log Wissenswertes zur Windenergie, erklärte, warum sowohl Vögel als auch Delfine schnatternd in die Flügel der Räder geraten und wieso das Burgenland landschaftlich so verschandelt ist, und erzählte ferner von seiner neuen Leidenschaft: dem Thaiboxen. Dieses entpuppte sich als heimliches Leitmotto des Abends, Schienbeine starben ab, junge Männer vereinigten sich unterm Banner des Mittelfingers, alles in allem scheint es, als wären die Asen in uns gefahren, derart martialisch zeigt sich die Lesebühne im Rückblick.

Martin Fritz beschäftigte sich in seinen Texten, die ziemlich vieles sehr konzentriert beinhalteten, einmal mit dem Wertcharakter der Nostalgie, schmähte die Hartschalen-Rollkoffer, dieser Geißel der Ersten Welt, irgendwo heulte ein Wolf und Fritz schnalzte dem Publikum den Performanzcharakter der Sprache um die Wollmützen, unser leibeignes Hausthema sozusagen, diese gehäkelten Käppchen, Hartschalen-Rollkoffer des Nightlifes, und entlarvte, dass es sich bei allem um die semantischen Variablen derselben Realität handle – diese kann entweder das Füttern der Haselmaus oder aber Thaiboxen sein, Prosser und Fritz waren sich uneins, wobei ich, der Nachberichtschreiber, ja glaube, dass sich beides nicht unbedingt ausschließe.

die übliche verbeugung

So bleibt nicht vielmehr, als sich den Schnee aus der Mähne zu schütteln und mit warmen Gedanken aufs Märzenspektakel zu hoffen, denn am 08. 03. 2012 stürmen wir wieder unsre Bastion, unterm Banner der Interdisziplinarität, die keinen Unterschied zwischen Literatur und Kampfsport (oder Kleintierfütterungen) duldet, treten wir auf als lebendiger Beweis des Performanzprozentgehaltes der Sprache, und in dieser nahen Zukunft reitet mit uns: Marc Carnal.

Fancy icy Facts:
Next T.o.R. am 08.03.2012 um 20:00 im Moustache, mit Marc Carnal

T.o.R. am DO 9.2. mit Max Höfler

max höfler, foto © Nicole Lutnik

Text ohne Reiter, Ihr persönlicher Dampfer der guten und anspruchsvollen Laune oder wie andere auch sagen: die Lesebühne Ihres Vertrauens, Text ohne Reiter also ruht auch in der fünften Jahreszeit nicht mehr oder weniger als sonst. Was läge also näher als auch im Februar einen Lesebühnentermin anzusetzen? Die Frage ist rhetorisch und die Antwort naturgemäß: Sehr vieles, sehr vieles aber auch nicht. Aus diesem einfach nachvollziehbaren Grund haben wir also auch im Feber einen Lesebühnentermin angesetzt wie einen Zirbenschnaps, genauer gesagt ist dies der Donnerstag, der 09.02.12 wie stets um Punkt 20:00 Uhr wie immer im Moustache.

Termine sind zwar schön, aber noch schöner sind Gäste und ganz besonders schön ist, dass wir diesmal Max Höfler dafür gewinnen konnten, uns Performanzliteratur zun kredenzen. Zu Leben und Werk informiert die Wikipedia, die oben auch verlinkt wurde und falls die mal wieder geblackoutet wird, empfehlen das Verfolgen dieses Links.

Apropos Verfolgen, die hauptamtlichen T.o.R.-Autoren, nämlich Abermann, Fritz, Koschuh und Prosser werden diesen Event ebenfalls nicht nur aufmerksam mitverfolgen, sondern selbst ebenfalls Texte besteuern, das Open Mic steht wie gehabt für 2×5 Minuten allen Textvortragswilligen aus dem Publikum offen und ansonsten bleibt auch alles immer ein ewiggleicher sich stets verändernder breiter Strom, der aus der Vergangenheit entspringt und Richtung fließt und in unserem Boot haben immer alle Platz, die das wollen. Sei dabei!

Harte Fakten für Harte Zeiten:
DO 09.02.2012 20:00 Uhr im Moustache: T.o.R. mit Max Höfler

Ausschreibung Text ohne Reiter-Jugend-Literaturpreis 2012

Die PreistraegerInnen 2011

Er ist wieder da!
Text ohne Reiter-Jugend-Literaturpreis 2012

Text ohne Reiter ist die Literaturveranstaltung ohne Hemmschwelle. Deshalb wollen wir Jugendlichen die Chance geben, eigene Texte zu schreiben, und Sie anschließend ins Publikum zu schmettern. Damit geborene DichterInnen endlich vor ein Publikum treten und geborene Rampensäue auch einmal zum Schreiben kommen.

Zu gewinnen gibt es:

1. Preis: 150 Euro
2. Preis: 100 Euro
3. Preis: 50 Euro
Alle PreisträgerInnen werden außerdem zu einem Workshop eingeladen und präsentieren ihre Texte im Rahmen eines eigenen Lesebühnen-Abends.

Teilnahmebedingungen:

  • Alle Textformen sind erlaubt: Sowohl Prosa als auch Lyrik (etc.) sind willkommen.
  • Die Texte sollten für den Vortrag geeignet sein. Ob allein, oder im Team ist völlig offen. Anmerkungen zu Ideen für einen mitreißenden Vortrag sind willkommen, aber nicht Voraussetzung.
  • Die Texte sollen allerdings eine Vortragszeit von sieben Minuten nicht überschreiten.
    Teilnahmeberechtigt sind AutorInnen bis zum vollendeten 21. Lebensjahr, die ihren Lebensmittelpunkt in Tirol haben.
  • Auch Teams können Texte einreichen.
  • Auch das Thema ist frei wählbar.
  • Die Vortragssituation sollte vom Text berücksichtigt werden.
  • Einsendeschluss ist der 06.06.2012.
  • Einsendungen und Fragen an: textohnereiter@gmail.com

Die Jury wählt schließlich drei Texte aus, die in einem Workshop weiter bearbeitet werden. (Termin wird in Absprache mit den TeilnehmerInnen gewählt). Im Workshop werden die Texte geprobt und diskutiert. Schließlich werden die GewinnerInnen ihre Texte im Herbst direkt live bei der Lesebühne präsentieren.

Wir freuen uns auf eure Texte!

Und hier geht es zur Ausschreibung als pdf zum Downloaden, Ausdrucken und Weitersagen.